Paint my house / Das Zeichnen mit Licht


Thomas Naumann wurde 2009 von der Skudi Optics & Event GmbH dazu eingeladen, den Nidarosdom in Trontheim, Norwegen durch Lichtsetzung und Projektionen neu zu interpretieren. Zum Thema 'Innerer Frieden' setzte sich Naumann mit der 1320 fertiggestellten Kathedrale auseinander. In seiner Arbeit gelang es ihm, den Blick auf ein architektonisches und historisch relevantes Meisterwerk zu verändern. Dafür griff Naumann die im Mittelalter übliche Gestaltungsmethode von Kirchenfenster durch vielfarbiges Bleiglas auf und transportierte sie in den öffentlichen Raum.

In kirchlichen Bauten werden die vorrangig figürlichen Darstellungen der filigran gearbeiteten Fenstermotive für den Betrachter erst sichtbar, wenn er sich im Inneren des Gebäudes aufhält. Durch Lichteinfall erwachen die Szenen zum Leben und laden den Betrachter zur Kontemplation ein.

Naumann kehrte dieses Innen nun nach Außen und verwandelte bei seiner Arbeit am Nidarosdom die komplette Front in ein Kirchenfenster. Dabei konzentrierte er sich auf kompositorisch klar voneinander abgegrenzte Flächen, die durch ihre Linienführung mit der Architektur der Kathedrale verschmolzen. Naumanns Interpretation wagte den gedanklichen Ansatz, dass ein Gebetsraum als Ort für die individuelle Suche nach dem inneren Frieden nicht an einen geschlossenen Raum gebunden sein muss. Durch die Verlagerung ins Freie wollte Naumann dem Betrachter verdeutlichen, dass es auch im öffentlichen Raum Orte der Einkehr und Inspiration gibt.